Zum Inhalt springen

Start/Ratgeber/Lack

Hologramme im Lack: wie sie entstehen und wie man sie wieder loswird

Wer bei Sonne feine, kreisförmige Schleier im Lack sieht, hat meist Hologramme. Die entstehen fast immer durch Maschinenarbeit, nicht durch Alterung. Wir erklären, wie sie zustande kommen und was man dagegen tun kann.

/3 Minuten Lesezeit

Was Hologramme eigentlich sind

Hologramme sind feine, netzartige oder kreisförmige Kratzerstrukturen im Klarlack. Man sieht sie am besten bei direktem Sonnenlicht oder unter einer Lampe, aus flachem Winkel auf die Lackoberfläche geschaut. Bei bedecktem Himmel oder in der Garage fallen sie oft kaum auf, deshalb werden sie häufig erst spät bemerkt.

Der Name ist etwas irreführend. Es handelt sich nicht um eine optische Täuschung, sondern um echte, sehr feine Riefen im Klarlack. Die Lichtbrechung an diesen Riefen erzeugt den schillernden, fast dreidimensionalen Effekt, der an ein Hologramm erinnert. Deshalb der Begriff.

Wie Hologramme entstehen

In fast allen Fällen sind Hologramme hausgemacht, und zwar durch die Politur selbst. Wird mit der Poliermaschine zu grobes Pad oder zu aggressive Politur verwendet, ohne danach mit einer feineren Stufe nachzuarbeiten, bleiben die feinen Schleifspuren der Maschine sichtbar. Auch eine zu hohe Drehzahl bei zu wenig Anpressdruck kann das Ergebnis verschlimmern, weil das Pad dann eher auf der Oberfläche tanzt als gleichmäßig arbeitet.

Zweite häufige Ursache ist die Waschstraße mit rotierenden Bürsten. Wenn Sand- oder Staubpartikel im Lack sitzen und die Bürste darüberfährt, wirken die Partikel wie Schleifpapier. Das Ergebnis sind feine, oft kreisrunde Kratzerstrukturen, die genauso aussehen wie Poliermarken. Wer sein Auto regelmäßig in der Waschstraße fahren lässt, bekommt über die Jahre fast zwangsläufig irgendwann Hologramme.

Auch Mikrofasertücher, die falsch gewaschen oder zum Trocknen mit Druck über den Lack gezogen werden, können feine Schleifspuren hinterlassen, die unter Licht wie Hologramme wirken.

Was nicht hilft

Eine Politur mit der Hand bringt gegen Hologramme in der Regel nichts. Von Hand lässt sich die nötige, gleichmäßige Flächenleistung kaum erzeugen, die Maschinen liefern. Auch Produkte, die mit "Glanzversiegler" oder "Sofortglanz" aus der Sprühflasche werben, überdecken das Problem höchstens kurzzeitig. Die Riefen bleiben, sie werden nur optisch kaschiert, bis die Schicht wieder abgewaschen ist.

Wachs hilft ebenfalls nicht gegen bestehende Hologramme. Wachs füllt feine Unebenheiten teilweise auf und kann den Lack kurzfristig ruhiger wirken lassen, entfernt aber keine Riefen. Wer schon Hologramme hat und danach weiter in die Waschstraße mit Bürsten fährt, wird das Problem auch nicht los, sondern bekommt eher neue dazu.

Was wirklich dagegen hilft

Hologramme lassen sich nur durch eine fachgerechte Lackpolitur entfernen. Dabei wird mit der richtigen Kombination aus Poliermittel, Pad und Maschineneinstellung eine sehr dünne Schicht Klarlack gleichmäßig abgetragen, bis die Riefen verschwunden sind. Entscheidend ist, dass nach dem groben Arbeitsgang mit einer feineren Politur nachgearbeitet wird. Genau dieser zweite Schritt wird bei schlecht gemachten Politurarbeiten oft übersprungen, und dann entstehen neue Hologramme, statt die alten zu beseitigen.

Als Erfahrungswert aus der Werkstatt: Je nachdem, wie tief die Riefen sitzen und wie dick der Klarlack noch ist, braucht es manchmal mehrere Durchgänge. Bei sehr dünnem oder bereits mehrfach poliertem Lack ist irgendwann eine Grenze erreicht, weil nicht beliebig viel Material abgetragen werden kann. In solchen Fällen lässt sich das Ergebnis verbessern, aber nicht immer vollständig perfekt machen.

Wer den Lack danach schützen will, kann im Anschluss an die Politur eine Keramikversiegelung auftragen lassen. Das verhindert keine neuen Hologramme durch falsche Pflege, erleichtert aber die Reinigung und macht den Lack unempfindlicher gegen leichte Verschmutzung.

Wie man neue Hologramme vermeidet

Der wichtigste Punkt ist die Wäsche. Waschstraßen mit rotierenden Bürsten sind der häufigste Grund, warum Hologramme überhaupt entstehen. Wer seinen Lack schonen will, sollte auf Handwäsche setzen oder zumindest kontaktlose Verfahren bevorzugen.

  • Lose Schmutzpartikel vor dem eigentlichen Waschen abspülen, statt direkt mit Schwamm oder Tuch über trockenen oder stark verschmutzten Lack zu gehen
  • Saubere, hochwertige Mikrofasertücher verwenden und diese getrennt von anderer Wäsche waschen
  • Beim Trocknen abtupfen statt reiben
  • Nach einer Politur nicht wieder in die Bürstenwaschstraße fahren

Diese Punkte verhindern nicht jede Mikroriefe, aber den größten Teil der Fälle, die wir in der Werkstatt sehen.

Passt dazu

Das machen wir davon

Termin

Schicken Sie uns ein Foto.
Den Rest klären wir in fünf Minuten.

Ein Bild vom Lack oder vom Innenraum reicht für eine erste Einschätzung. Den Festpreis bekommen Sie nach der Begutachtung. Vorher passiert nichts.

Anrufen WhatsApp